Um die steigende weltweite Nachfrage nach natürlichen Inhaltsstoffen zu decken, hat ein führendes Biotechnologieunternehmen seine Produktion von Enzymmischungen für den Mehl- und Backwarensektor erweitert. Im Mittelpunkt steht ein neues, hochpräzises automatisches Dosiersystem, das für extrem niedrige Staubemissionen und eine nahtlose ERP-Anbindung ausgelegt ist.
Komplexe technische Herausforderungen meistern
Das Projekt erforderte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen höchster Präzision und strengen Sicherheitsstandards. Zu den technischen Anforderungen gehörten eine Dosiergenauigkeit von ±5 Gramm und Staubemissionen unter 0,6 mg/m³. Zudem musste die Lösung in eine räumlich begrenzte Anlage nachgerüstet werden, was ein reinigungsfreundliches Design sowie die Integration von Schüttguthandling und Flüssigdosierung erforderte.
Moderner Staubschutz und Ergonomie
Zum Schutz der Bediener vor Partikeln nutzt das System staubkontrollierte Sackentleerer mit laminarer Luftströmung. Dieses Design wurde gegenüber Glovebox-Alternativen bevorzugt, um die Ergonomie ohne Sicherheitseinbußen zu optimieren. Eine wichtige Innovation ist das Continuous-Liner-System (Endlosschlauch), das leere Säcke sofort versiegelt und so die Staubfreisetzung eliminiert, die normalerweise bei der Sackentsorgung entsteht.
Hochpräzise Kleinkomponentendosierung
Das Herzstück der Anlage ist eine mobile Wiegestation, die über sanitäre Dosierventile beschickt wird. Durch eine spezielle staubfreie Verbindung, die die Waagensensibilität nicht beeinträchtigt, garantiert das System hochgenaue Messungen. Um Kreuzkontaminationen zwischen Enzymchargen zu vermeiden, wählten die Ingenieure eine manuelle Entleerung in den Mischer anstelle einer pneumatischen Förderung, was die Integrität jeder Charge sicherstellt.
- Sanitäre Dosierung: Die Inhaltsstoffe werden über Spezialventile in mobile Behälter abgegeben.
- Kontaminationskontrolle: Manuelle Entleerung ersetzt pneumatische Leitungen gegen Rückstände.
- Wägeintegrität: Innovative Verbindungen ermöglichen staubfreien Transfer ohne Gewichtsfehler.
Effizientes Schüttguthandling
Das Trägermaterial, wie etwa Weizenmehl, wird über einen robusten Schüttgutkreislauf verwaltet. Big-Bag-Entladestationen speisen eine mobile Vibrationssiebeinheit, die das Material über ein Vakuumfördersystem weiterleitet. Ein Wiege-Vakuumabscheider über dem Mischer arbeitet nach dem Differenzialdosierprinzip (Loss-in-Weight), wodurch die Hauptzutaten ebenso präzise wie die Kleinkomponenten zugeführt werden.
Integrierte Automatisierung und ERP-Anbindung
Die gesamte Produktionslinie wird über eine moderne Plattform gesteuert, die die Lücke zwischen Werkshalle und Management schließt. Durch den direkten Rezeptur-Download aus dem ERP-System des Kunden werden menschliche Eingabefehler ausgeschlossen. Dieser digitale Prozess wird durch einen integrierten Etikettendruck vervollständigt, der eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Chargen bietet und die Anlage für künftige Skalierungen rüstet.
- Automatisierte Rezepturen: Direkte ERP-Kommunikation ersetzt manuelle Dateneingaben.
- Fehlervermeidung: Präzisionsautomatisierung senkt das Risiko von Chargenausschuss deutlich.
- Volle Rückverfolgbarkeit: Etikettierung sichert die Nachverfolgung über den gesamten Zyklus.